Der Untergang der Melker Berufsfischer

Bis ins späte 19. Jahrhundert zählte die Zunft der Berufsfischer neben den Klosterbauern und Flussregulierern zu den größten und einflussreichsten Körperschaften in Melk. Noch vor der Jahrhundertwende entschlossen sich die Melker Berufsfischer, aufgrund rapide sinkender Fisch- und Fangzahlen, die in erster Linie auf stark steigende Personenschifffahrt und eine regelrechte Überflutung des Fischreviers mit Hobbyfischern zurückzuführen waren, einen Branchenwechsel anzustreben.
Die Zunftgremien entschieden zu Gunsten des Vorschlags von Johann Henway (Bild: 6.v.l.), der vorgeschlagen hatte, in die Entwicklung von Großflächensonnenschirmen zu investieren. Enttäuscht von dieser Entscheidung verlies Willi Thomson (Bild: 2.v.l.) die Zunft - er hatte sich erhofft, mit seiner Erfindung, die das Schweben ermöglichte, die Geschicke der Zunft maßgeblich zu beeinflussen.
Anfang des 20. Jahrhunderts war der Abstieg der Melker Berufsfischer und nunmehrigen Sonnenschirmmanufakteure nicht mehr aufzuhalten. Auch die Umstellung der Produktion auf Wäschespinnen konnte das unweigerliche Ende der Zunft nicht mehr abwenden.
Am 17. April 1905 wurde die Auflösung der Zunft beschlossen und sämtliche Liegenschaften dem Sportruderverein Melk überschrieben.
Zu späten Ehren gelangte nur mehr Wolfram Veneja (Bild: ganz rechts), er war erster demokratisch gewählter Präsident Russlands.
just the right bullets - Montag, 8. Oktober 2007, 10:15
Richtigstellung
Lieber just the right bullets!
Es ist zwar wissenschaftlich noch nicht ganz geklärt, aber sicherlich sind auch die Russen am Niedergang der Melker Berufsfischer mitschuld. Mit ihrer Dynamitfischerei haben sie den Fischbestand derart dezimiert, dass vorerst nur die gut gepanzerten Flussschildgröten übrig geblieben sind. Doch auch diese wurden schließlich mit panzerbrechender Munition derart dezimiert, dass sich selbst ein Vegetarier von diesem Fischertrag nicht mehr hätte ernähren können.
Aber kein Schatten, wo nicht auch Licht ist! Seit dieser Zeit nahm die Schweinezucht einen ungeahnten Aufschwung und der sonntägliche Schweinsbraten trat seinen Siegeszug an. Auf der Strecke blieben halt unsere armen Berufsfischer. Aber wer kümmert sich noch darum?
Petri Heil!